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Frühzeitige Optimierung der Ernährung schützt vor Dekubitus

Die Gesellschaft für Ernährungsmedizin empfiehlt: Achten Sie vor allem auf Qualität, nicht nur Quantität

Nach Schätzungen haben sechs bis zehn Prozent der Patienten im Krankenhaus und dreißig Prozent der Langzeit-Bettlägerigen in Pflegeeinrichtungen einen Dekubitus, so Ines Drewe, Diplom Oecotrophologin der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Bad Aachen. Gesunden Menschen fehlt häufig die Vorstellung wie schnell ein Druckgeschwür entstehen kann, denn wenn für sie ein Stuhl oder Bett zu hart ist, setzten sie sich automatisch anders hin, oder drehen sich um. Doch viele Patienten können das nicht. Außerdem sind sie häufig durch Lähmungen, Bewusstseinsstörungen, durch herabgesetzte Sensibilität wie bei Diabetes oder Multipler Sklerose, nach Operationen, durch Schmerzmittel oder ruhigstellende Medikamente wesentlich schmerzunempfindlicher und damit dekubitusgefährdeter als gesunde Menschen. Wichtig für alle versorgenden Personen ist nicht nur die Durchführung einer regelmäßigen Hautbeobachtung und –pflege und das Umlagern, sondern auch die Ernährung ihrer Patienten. Gerade bei alten Menschen müsste die Verabreichung einer ausgewogen Ernährung und entsprechenden Flüssigkeitszufuhr ein Teil der Pflegestandards sein: Kartoffelpüree, legierte Suppen und Pudding reicht zur Bedarfsdeckung nicht aus. Ist die Nahrungsmenge und -auswahl der „Risikopatienten“ nur sehr einseitig, sollte frühzeitig mit Trink- und Sondennahrungen entgegengewirkt werden. Das ist die gesündeste Möglichkeit die Nährstoff- wie auch die Vitamin- und Mineralstoffdichte zu erhöhen. Der Proteinbedarf eines mangelernährten, aber auch dekubituserkrankten Menschen ist mit einem bis anderthalb Gramm höher als die im gesunden Zustand benötigten 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. Es gilt der Gefahr des Muskelabbaus entgegenzuwirken beziehungsweise den Aufbau geschädigten Gewebes zu fördern. Des Weiteren ist der Bedarf an Vitamin A, C, E, sowie Zink, Selen und Arginin höher als bei Gesunden.

Diese Form der Prophylaxe scheint zwar im ersten Moment teurer, doch langfristig gesehen kann die Krankenhausaufenthaltsdauer vieler Patienten verkürzt und die Pflegeintensität der Patienten in Pflegeeinrichtungen vermindert werden – ganz zu schweigen von den Schmerzen, die die Patienten nicht erleiden müssten.

Wie eine optimale Energiezufuhr berechnet wird, finden Interessierte auf der Homepage der Gesellschaft www.ernaehrungsmed.de unter dem Kapitel „Dekubitus / Ernährungsrechner“. Bei Fragen stehen die Ernährungsberater in der Zeit von 9:00 bis 15:00 Uhr unter der Nummer 0241/96109566 zur Verfügung.

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