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Laktoseintoleranz
 Circa 15-30% der Europäer vertragen keine oder nur wenig Milch; sie leiden unter Laktoseintoleranz. Allein in Deutschland sind rund 12 Mio. Bundesbürger von dieser Pseudoallergie betroffen. In asiatischen Kulturen ist die Milchzuckerunverträglichkeit sogar noch weiter verbreitet. Grund ist ein Mangel oder das vollständige Fehlen des Enzyms Laktase. Dieses Milchzucker spaltende Ferment wird im Verdauungstrakt gebildet und sorgt für eine vollständige Aufspaltung des Milchzuckers (Laktose). Nur die gespaltenen Milchzuckerbausteine können von der Darmwand in den Körper aufgenommen werden.

Unverdaut bleibt der Milchzucker im Darm und bindet Wasser - Folge sind typische Durchfälle. Das insgesamt bunte Beschwerdebild mit Völlegefühl, Blähungen, allgemeinem Unwohlsein bis hin zu depressiven Verstimmungen führt häufig zu Fehldiagnosen und einer langen Odyssee von unnötigen Arztbesuchen.
Diagnose und Behandlung
Der Auslassversuch als Diagnosemedium

Eine erste Diagnose kann häufig schon mit dem so genannten Auslassversuch gestellt werden. Hierbei wird auf laktosehaltige Lebensmittel in der Ernährung verzichtet. Tritt daraufhin eine Besserung der Beschwerden ein, kann mithilfe einfacher klinischer Tests die Diagnose der Laktoseintoleranz untermauert werden. Hierbei stehen der Laktosetoleranztest oder der H2-Atemtest nach Gabe einer bestimmten Menge Milchzucker zur Verfügung. In einzelnen Fällen kann eine Dünndarmbiopsie die endgültige Diagnose stellen, dies ist in den meisten Fällen jedoch nicht notwendig.

Behandlung durch Vermeidung

Die Behandlung der Laktoseintoleranz beinhaltet als wichtigsten Aspekt die Meidung laktosehaltiger Lebensmittel. Hierbei sollte auf möglichst viele dieser Lebensmittel verzichtet werden. Oft ist kein vollständiger Verzicht notwendig, da die Menge des aufgenommenen Milchzuckers für die Stärke der Beschwerden entscheidend ist.
Bei stark laktosehaltigen Lebensmitteln kann durch eine zusätzliche Gabe des fehlenden Enzyms Laktase der Grad der Beschwerden verringert werden. Dies sollte jedoch nur in Ausnahmefällen erfolgen. Wenn eine strenge, Laktose meidende Diät zur Linderung der Beschwerden eingehalten werden muss, sollten Sie zusätzlich auf eine Kalziumgabe achten, um Mangelerscheinungen, wie z.B. das Entstehen einer Osteoporose, zu vermeiden.

Vorsicht vor versteckter Laktose
In der Lebensmittelindustrie wird vielen Produkten Laktose zugesetzt. Bei Backwaren, Fleisch- und Fischerzeugnissen und ähnlichem gibt es keine Zutatenliste. Hier müssen Sie beim Kauf nachfragen, ob das Produkt ohne Laktose hergestellt wurde. Bei verpackten Lebensmitteln ist die Zutatenliste auf den Gehalt an Milchzucker zu überprüfen.

Bei Medikamenten sollten Sie sich am Besten bei Ihrem Arzt oder Apotheker erkundigen, ob das Präparat laktosefrei ist. Hierdurch lassen sich viele Fehlerquellen vermeiden und die Beschwerden, welche durch eine übermäßige Aufnahme von Laktose entstehen, verhindern.
Vermeidung von Mangelernährung

Wichtig bei der Laktoseintoleranz ist es, eine Unterversorgung an bestimmten Mineralien zu vermeiden. In erster Linie ist hierbei an Kalzium zu denken. Der Körper zieht seine Kalziumreserven größtenteils aus Milch- und Milchprodukten. Eine zu geringe Aufnahme kann schlimmstenfalls zu Osteoporose führen. Deshalb sollte der Bedarf an Kalzium bei einer Laktoseintoleranz möglichst über andere Lebensmittel gedeckt werden. Dazu eignen sich in erster Linie kalziumreiche pflanzliche Lebensmittel (Grünkohl, Brokkoli, Fenchel), um den Körper nicht zu übersäuern. Kalziumreiche Mineralwässer (mindestens 150 mg Kalzium/l) und Kalziumangereicherte Fruchtsäfte sind eine weitere Möglichkeit, die Kalziumzufuhr anzuheben. Gegebenenfalls ist nach Rücksprache mit einem Arzt an eine Substitution durch Kalziumpräparate, z.B. im Wachstum, während der Schwangerschaft und der Stillzeit zu denken.
Links und Adressen
- Deutsches Ernährungsberatungs- und -informationsnetz (DEBInet)
Institut für Ernährungsinformation
Klinik Bad Rippoldsau
Fürstenbergstraße 38
D-77776 Bad Rippoldsau
E-Mail: info@ernaehrung.de
Internet: www.ernaehrung.de
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. DGE
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
Telefon: 0228 / 377 66 00
Fax: 0228 / 377 68 00
E-Mail: webmaster@dge.de
Internet: www.dge.de
- Berufsverband Deutscher Ernährungsmediziner e.V.
Telefon: 0761 / 78 98 0
Fax: 0761 / 72 02 4
E-Mail: info@bdem.de
Internet: www.bdem.de
- Lactofit
Informationsdienst zu den Themen Laktoseintoleranz und Reizdarmsyndrom
Internet: www.lactofit.de
- Verbraucherzentralen NRW, Baden Württemberg etc.
Internet: www.vz-nrw.de
- Landesvereinigung der Milchwirtschaft
Internet: www.milch-brandenburg.de
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