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Borreliose / Frühsommermeningoenzephalitis (FSME)

Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit nimmt auch die Zahl an Zeckenbissen zu. Lassen Sie sich bei uns beraten, wie Sie sich einfach und effektiv vor einer Infektion schützen können.

Weltweit werden zahlreiche Erkrankungen durch Zeckenbisse übertragen. In Deutschland spielen bei den von Zecken übertragenen Erkrankungen vor allem die Borreliose sowie die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) eine Rolle.

Jährlich erkranken in der Bundesrepublik etwa 50.000-60.000 Menschen an der Borreliose und 150 bis 200 Personen an FSME.

Neben FSME und Borreliose können Zecken in Europa auch seltenere Krankheiten wie das Q-Fieber, Rickettsiosen, Babesiose oder die Tularämie übertragen.

Damit die Zecken aktiv sein können, benötigen sie Umgebungstemperaturen von mindestens 5-8 °C. Zeckenbisse kommen deshalb vorwiegend in den Monaten März bis November vor. Auch die Tageszeit beeinflusst die Aktivität einer Zecke. Da sie eine gewisse Luftfeuchtigkeit braucht, ist sie besonders in den frühen Morgenstunden und am Spätnachmittag und Abend aktiv.

Medikamentöse Behandlung der FSME

Bei der FSME handelt es sich um eine Viruserkrankung. Wie bei den meisten anderen Viruserkrankungen gibt es keine spezifische Therapie, Antibiotika sind wirkungslos. Ist die Erkrankung erst einmal ausgebrochen, kann man nur versuchen, die Symptome zu lindern.
Bei Ungeimpften, die in einem Endemiegebiet von einer Zecke gebissen wurden, kann der Ausbruch der Erkrankung durch Gabe eines Antikörperpräparates (FSME-Hyperimmunglobulin) in etwa 60% der Fälle verhindert werden. Dieses Präparat muss spätestens 96 Stunden nach dem Biss verabreicht werden, danach ist kein Schutz mehr zu erwarten. Für Kinder unter 14 Jahren ist das Präparat nicht zugelassen.
Die entsprechenden Präparate hält Ihre Rats-Apotheke für Sie bereit.

Medikamentöse Behandlung der Borreliose

Prinzipiell kann die Borreliose in jedem Stadium mit einer Antibiotikabehandlung ausgeheilt werden. Geeignet hierfür sind verschiedene Antibiotikagruppen (Penicilline, Cephalosporine, Tetrazykline). Über die individuelle Auswahl und die Dosierung der Medikamente muss der behandelnde Arzt entscheiden. Wichtig ist, dass die Antibiotikatherapie je nach Erkrankungsstadium ausreichend lange und ausreichend hoch dosiert durchgeführt wird. Bei einer vorzeitigen Beendigung der Behandlung ist der Therapieerfolg nicht gewährleistet. Es kann zu einem neuen Ausbruch der Erkrankung (Rezidiv) kommen, der dann eine noch längere Antibiotikabehandlung nötig macht. Generell gilt: je früher die Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Allerdings wird keine generelle Antibiotikaprophylaxe nach Zeckenstich empfohlen.

Erstes Stadium: Hier ist meist eine zwei- bis dreiwöchige Therapie mit Antibiotikatabletten ausreichend.

Zweites bzw. dritten Stadium: Je nach Befund muss eine zwei- bis dreiwöchige Infusionstherapie mit Antibiotika durchgeführt werden. Je nach Organbefall oder bei einem Rückfall kann sich daran eine mehrmonatige Therapie mit Antibiotikatabletten anschließen.

Was tun bei einer Infektion in der Schwangerschaft?

Auch in der Schwangerschaft sollte eine entsprechende Antibiotikabehandlung erfolgen. Der Arzt wird dann Antibiotikapräparate auswählen, die dem Kind nicht schaden. Eine unbehandelte Borreliose in der Schwangerschaft kann für das Kind gefährlich werden.

Alle Antibiotika zur Behandlung der Borreliose und fachkundige Beratung erhalten Sie in Ihrer Rats-Apotheke.

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